Neben der bekanntesten Farbe, der einfarbig blauen Varietät, gibt es die Britisch Kurzhaar in vielen verschiedenen und nicht weniger schönen Farben, Mustern und Zeichnungen zu bewundern:
Einfarbig (n/a/d/e/b/c)
Einfarbige Britisch Kurzhaar-Katzen gibt es in den Farben Schwarz (n), Blau (a), Rot (d), Creme (e), Chocolat (b), und Lilac (c). Die Augenfarbe kann bei all diesen Fellfarben von kupfer bis orange variieren. Einfarbige Briten dürfen keinerlei weisse Haare oder weisse Flecken aufweisen. Jedes Haar muss vom Ansatz bis zur Spitze einheitlich durchgefärbt sein. Die Streifen (Geisterzeichnung), welche manche ein-farbigen Katzen als Jungtiere aufweisen, müssen mit dem Erwachsenwerden
verschwinden. Geisterzeichnung gilt bei erwachsenen Tieren als Fehler. Speziell bei
den Farben Rot und Creme ist es sehr schwierig, eine einheitliche Färbung des Fells zu erzielen und die Geisterzeichnung herauszuzüchten.
Weiss (w)
Weisse Briten können orange bis kupferfarbene (w61), blaue (w62) oder zwei verschiedenfarbige Augen (odd-eyed, w63) aufweisen. Speziell bei der weissen Varietät ist zu erwähnen, dass die weisse Farbe nicht durch das Albino-Gen verursacht wird, sondern eine wirkliche Farbe ist. Die Taubheit, die bei weissen Katzen manchmal auftritt, hängt direkt mit dieser Farbe zusammen.
Schildpatt oder Tortie (f/g/h/j)
Die Schildpatt-Katze weist ein Fell mit unterschiedlichen Farbflecken auf, jedoch immer ohne weiss. Katzen mit dieser Fellfarbe sind meist weiblich. Selten kommt es auch bei männlichen Katzen zu dieser Fellzeichnung; diese Kater sind aber in der Regel unfruchtbar. Im Gegensatz zu den Schildpatt-Weiss-Katzen müssen die Flecken bei der Schildpatt klein und gleichmässig vermischt sein. Die eine
Grundfarbe ist immer Rot oder Creme. Die zweite Farbe ist somit schwarz (f), blau (g), chocolat (h) oder lilac (j). Die Augenfarbe muss kupfer oder orange sein und eine rote oder cremfarbene Flamme im Gesicht ist erwünscht. Das Erscheinungsbild der Schildpatt-Katze soll eine gesprenkelte Katze in leuchtenden Farben darstellen. Alle Schildpatt-Varietäten können auch Silberanteile aufweisen, d.h. smoke (fs/gs/hs/js), shaded (fs11/gs11/hs11/js11) oder shell (fs12/gs12/hs12/js12).
Van (01), Harlekin (02), Bicolor (03)
Katzen dieser Varietäten sind Non-Tabby-Katzen und weisen neben einer
dominanten Farbe weisse Flecken auf. Als dominante Farbe sind alle Grundfarben (ausser weiss) erlaubt.
Die Van-Varietät (01) weist den grössten Weissanteil dieser Gruppe auf. Der Farbanteil muss analog der Türkisch Van-Katze sein: Zwei Farbflecke am Kopf, welche zwischen den Ohren durch die weisse Fellfarbe unterbrochen sein sollten. Körper und Beine sind weiss. Der Schwanz weist die Farbe der Kopf-Flecken auf. Auf dem weissen Körperfell sind zwei kleine Farbflecke erlaubt. Die Augenfarbe der Van-Varietät darf sowohl kupfer bis orange, aber auch blau oder odd-eyed sein.
Bei der Harlekin (02) beträgt der Weissanteil 5/6 zu 1/6 Farbe. Auch hier ist eine weisse Blesse im Gesicht erwünscht. Die Farbflecke sollten rund sein.
Bei der Bicolor (03) muss der Weissanteil mindestens 1/3 und nicht mehr als 1/2 der gesamten Körperoberfläche betragen. Die Flecken müssen gross und regelmässig sein und dürfen nicht ineinander verlaufen. Die farbigen Flecken dürfen keine weissen Haare aufweisen. Eine weisse Blesse im Gesicht ist erwünscht. Als Variante zur Bicolor mit einer Grundfarbe steht die Tricolor. Diese muss anstelle einer dominierenden Farbe zwei Grundfarben aufweisen, eine davon muss immer Rot oder Creme sein. Bei der Bicolor, der Tricolor und auch bei der Harlekin sind nur kupfer- bis orangefarbene Augen erlaubt.
Tabby-Varitäten
Es werden drei Tabby-Varietäten unterschieden: gestromt (22), getigert (23) und getupft (24). Alle Tabby-Varietäten können in allen Grundfarben vorkommen und tragen das dominante Agouti-Gen A. Die Tabby-Zeichnung kommt zum Vorschein, wenn die Katze neben dem der Tabby-Varietät entsprechenden Tabby-Gens auch Träger des Agouti-Gens ist (nicht so bei der Geisterzeichnung). Als typisches Merk-mal aller Tabby-Katzen kann der ziegelrote Nasenspiegel bezeichnet werden, welcher entsprechend der Grundfarbe der Katze farbig umrandet ist. Alle Tabby-Varietäten können auch in Schildpatt und mit Silber (ns/as/bs/cs/ds/es/fs/gs/hs/js 22/23/24) und Golden (ny 22/23/24) vorkommen.
Gestromt, classic tabby oder blotched (22)
Das Tabby-Muster äussert sich durch einen (breiten) Aalstrich, schmetterlingsförmige Flächen über den Schultern und einer weiteren (breiten) Linie im hinteren Teil des Rückens, vom Aalstrich Richtung Bauch. Zwischen dieser Zeichnung muss der Grundton des Fells gut sichtbar sein. An den Flanken müssen deutlich abgegrenzte Flecken sichtbar sein, welche gerädert oder marmoriert auftreten können. Der Bauch weist Tupfen auf. Auf den Wangen muss die gestromte Britisch Kurzhaar zwei bis drei Spiralen aufweisen. Das M auf der Stirn muss deutlich sichtbar und die Streifen auf der Brust (Halsbänder) dürfen nicht durchbrochen sein.
Getigert oder mackerel tabby (23)
Das Katzenfell weist einen ununterbrochenen Aalstrich auf, von welchem aus sich die Tabby-Streifen Richtung Bauch ziehen. Die Streifen dürfen nicht zu breit und nicht unterbrochen sein und müssen sich deutlich abheben. Die Beine sind regelmässig gestreift und der Schwanz weist Ringe auf. Der Bauch ist mit Tupfen versehen. Die Halsbänder dürfen nicht durchbrochen sein. Die Wangen müssen zwei bis drei Spiralen aufweisen und auf der Stirn muss das typische M deutlich sichtbar sein. Das Mackerel-Muster ist unter den Hauskatzen die am häufigsten vorkommende Tabby-Zeichnung.
Getupft oder spotted tabby (24)
Auch bei dieser Varietät muss das M auf der Stirn vorhanden sein. Die Wangen weisen leichte Wirbel auf. Über den Körper müssen sich kleine, runde oder ovale Tupfen verteilen. Eine leichte Linie auf dem Rückgrad ist erlaubt. Die Tupfen müssen voneinander klar abgetrennt und in Form und Grösse einheitlich sein. Beine und Schwanz müssen Streifen bzw. Ringe aufweisen.
Silber-Briten
Briten mit Silberanteil tragen das Silber-Gen I (Inhibitor), welches die Pigmentierung im unteren Bereich des Haares unterdrückt und nur die Färbung der Spitzen zulässt (Tipping). Silber-Katzen treten als Smoke, Shaded (Cameo) oder Shell (Chinchilla) auf und können in allen drei bekannten Tabby-Varietäten vorkommen. Bei den einzelnen Silber-Varietäten unterscheiden sich die Pigmentierungsanteile (Tipping) der Haare. Für das Tipping sind alle Grundfarben erlaubt.
Smoke
Bei der Smoke-Varietät handelt es sich um eine Silberkatze mit 3/8 bis 1/2 Tipping jedes einzelnen Deckhaares. Die Unterwolle ist silberweiss, ebenso die Schwanz-unterseite und der Bauch. Das Fell weist keine Tabby-Musterung auf = Non-Agouti. Die Augen sind kupfer bis orange. Die Smoke wird oft auch als "gewolkt" bezeichnet. Sie scheint auf den ersten Blick einfarbig zu sein und der Silberanteil der Haare zeigt sich erst, wenn sich das Fell bzw. die Katze bewegt.
Shaded/Cameo
Die Silvershaded gehört zu der getippten Tabby-Varietät und ist somit eine Agouti-Katze. Die Deckhaare sind zu nur 1/3 gefärbt, der Silberanteil ist wesentlich höher als bei der Smoke. Das Tipping muss sich gleichmässig über den Katzenrücke
ziehen und hellt sich an den Beinen leicht auf. Es darf keine Tabbyzeichnung zu erkennen sein. Bauch, Schwanzunterseite und die Innenseite der Beine sind silber-weiss. Die Hinterbeine weisen Sohlenstreifen auf. Nasenspiegel und Augen müssen in der Farbe des Tippings umrandet sein. Die Rot- und die Creme-Silvershaded (auch Cameo genannt) müssen orange bis kupferfarbene Augen aufweisen, wie auch die Silvershaded-Schildpatt-Varietäten. Bei allen anderen Silbershaded-Varietäten ist die Augenfarbe grün.
Shell/Chinchilla
Die Shell unterscheidet sich nur durch den kleineren Tipping-Anteil der Haare von der Shaded. Der Farbanteil der Haare beträgt hier lediglich noch 1/8, wodurch die Katze beinahe weiss scheint. Rote und
cremefarbene Katzen werden hier Shell genannt, alle anderen Grundfarben nennt man Chinchilla. Nase und Augen müssen auch hier in der Farbe des Tippings umrandet sein. Sohlenstreifen sind nicht erlaubt. Die Augenfarbe ist auch hier, entsprechend der Shaded, von der Fellfarbe abhängig.
Golden-Briten
Eine ähnliche Färbung wie die Silber-Briten weisen auch die Golden auf. Die Grundfarbe des Fells reicht von einem warmen Rotbraun bis zu einer
apricotfarbenen Tönung, was auf eine andere genetische Grundlage hinweist als die der Silber-Briten. Die Golden ist nicht Träger des Inhibitor-Gens I. Golden können jedoch auch in Würfen von Silberkatzen fallen.
Colorpoint
Die Colorpoint ist die jüngste Varietät im Farbenkarussel der Britisch Kurzhaar. Diese neue Varietät ist durch die gezielte Einkreuzung der Colorpoint-Perser entstanden. Die Maskenfärbung, die ursprünglich von der Siamkatze stammt, äussert sich immer durch ein helles Grundfell und farbige Abzeichen (Points) im
Gesicht, an den Ohren, an den Pfoten und am Schwanz. Die Colorpoint trägt das Teilalbino-Gen (cs), welches eine Pigmentierung des Rücken-, Brust- und Hals-bereiches unterdrückt. Für die Färbung der Points sind alle Grundfarben
zugelassen. Die Points müssen sich klar abheben und abgrenzen und können einfarbig (non Tabby) sein oder alle Tabby-, Schildpatt- oder Schildpatt-Tabby-Variationen aufweisen. Die Augen der Colorpoint sind - bedingt durch das Teilalbino-Gen cs - jedoch immer blau.
Die Britisch Kurzhaar wird sich aber in Zukunft nicht auf die bisher bekannten
Farbvarietäten beschränken. Weitere wunderbare Farben, wie zum Beispiel die Farbe blue-shaded-golden, werden kommen und sich durchsetzen. Die Möglichkeiten scheinen beinahe unbegrenzt zu sein. Wir lassen uns überraschen und verzaubern.